24.06.2020

Artenschutz im Naturschutzgebiet „Abgrabung Retlager Bach“: Brutstätte im Bereich des Heidesees wird vorübergehend gesperrt

Viele Vogelarten, insbesondere Wasservögel wie z.B. Enten, Hauben- und Zwergtaucher und auch Kiebitze und Flußregenpfeiffer, die Uferbereiche besiedeln, reagieren sehr empfindlich auf Störungen. Am Heidesee im Bereich des Auenwaldes hat die Zahl von freilaufenden Hunde deutlich zugenommen. Zum Schutz der dortigen Vogelarten wird der Pfad, besonders in der Zeit der Brut- und Jungenaufsicht, in Abstimmung mit der Grundstückseigentümerin nun gesperrt.

Denn das Betreten des Uferbereichs hat weitreichende Folgen für die dortige Tierwelt: Die Brutvögel verlassen ihre Nester, bzw. ihre Jungvögel mit der Folge, dass die Eier im Nest auskühlen oder geschlüpfte Jungvögel zeitweilig verlassen werden. Hierdurch haben natürliche Feinde, wie z.B. Rabenvögel, leichtes Spiel, die Nester zu plündern.

Das 135 ha große Naturschutzgebiet „Abgrabung Retlager Bach“ wurde 2006 im Rahmen der Landschaftsplanung der Stadt Lage ausgewiesen, Teilbereiche erstrecken sich auch auf das Gebiet der Stadt Detmold.

Ziel war es, die Lebensräume für die besonders bedrohten Arten der Pflanzen und Tiere der Flußauen und Auenwäldern zu erhalten, zu entwickeln und wiederherzustellen. Der Ausbau  der Flüsse und Auen hat intakte natürliche Lebensräume stark reduziert. So kommt den Abgrabungsgewässern als Ersatzlebensraum eine besondere Bedeutung als Brut- und Nahrungshabitat bzw. als Ruhebereiche für durchziehende Vogelarten zu.

Der Kreis Lippe wird in 2021 eine Maßnahmenkonzeption erarbeiten lassen,  die eine stärkere Vereinbarkeit von natur-und artenschutzverträglichen Erfordernissen mit dem Bedarf nach naturnaher Erholung ermöglichen soll.