29.10.2019

Astrid-Lindgren-Schule und Berufsförderzentrum: Der Vertrag für den Neubau und die Bauunterhaltung ist unterschrieben

Der Neubau der Astrid-Lindgren-Schule und des Berufsförderzentrums kann 2020 starten: Der Vertrag mit dem Bauunternehmer Goldbeck ist unterschrieben und damit der Vergabeprozess abgeschlossen. „Die Astrid-Lindgren-Schule und das Berufsförderzentrum werden Orte der Begegnung sein, wo Inklusion sichtbar wird. Dafür haben die Planer pädagogische Konzepte und den Bedarf der zukünftigen Nutzer berücksichtigt. Denn die beiden Gebäude bieten Räume für Schulunterricht, Berufsförderung, Therapie, Sport und eine Mensa“, erklärt Landrat Dr. Axel Lehmann. In Lemgo baut der Kreis für unterschiedliche Zielgruppen und ermöglicht beispielsweise den Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf durch die zentrale Lage lebenspraktische Fähigkeiten zu üben und zu lernen.

Die Astrid-Lindgren-Schule ist eine Förderschule des Kreises Lippe mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Die Neubauten am Vogelsang in Lemgo und auf dem Innovation Campus Lemgo bieten zukünftig Fachräume, die für die Umsetzung der pädagogischen Konzepte notwendig sind. Hierbei sind in der Astrid-Lindgren-Schule auch Räume für die Karla-Raveh-Gesamtschule des Kreises Lippe vorgesehen, sodass Kinder mit und ohne Behinderung in einem Gebäude unterrichtet werden. Im Berufsförderzentrum werden sich ebenfalls die Schüler der Astrid-Lindgren-Schule und des Lüttfeld-Berufskollegs alltäglich, beispielsweise in der Holzwerkstatt oder in den Schulfluren, begegnen. Im Berufsförderzentrum ist die zentrale Mensa ein Angebot für alle Nutzer des Campus. Das neue Schulgebäude der Astrid-Lindgren-Schule bietet eine Einfeld-Sporthalle sowie ein Becken für Lehr- und Therapieschwimmen. Diesen Sportbereich können beispielsweise auch Sportvereine außerhalb der Schulzeiten nutzen.

Die Vergabe der Aufträge zum Neubau und zur langjährigen Bauunterhaltung der Astrid-Lindgren-Schule (ALS) am Vogelsang in Lemgo und des Berufsförderzentrums (BFZ) am Innovation Campus Lemgo sind jetzt nach rund drei Jahren abgeschlossen. Anstrebt wurde eine Paketvergabe mit möglichst großer Beteiligung regionaler Unternehmen zu realisieren. In der ersten Runde lagen alle Angebote über den damaligen Kostenschätzungen von rund 30 Millionen Euro. Die Baukosten waren durch das anhaltende Konjunkturhoch gestiegen und erklärten die Preissteigerungen in den Angeboten, zwischendurch lag die Angebotssumme für beide Verfahren bei knapp 49 Millionen Euro. Daher wurde mit den Bietern intensiv nachverhandelt und ein Gesamtpreis von rund 43,2 Millionen erzielt. Der Auftrag geht an die Firma Goldbeck aus Bielefeld und damit einem Bauunternehmen aus der Region.

Nach dem Genehmigungsverfahren für den Bauantrag werden im Frühjahr 2020 die Mensa und die Sporthalle auf dem Innovation Campus abgerissen. Der Neubau der Astrid-Lindgren-Schule wird voraussichtlich im Dezember 2021 abgenommen, sodass die Schule im Januar 2022 umziehen kann. Das Berufsförderzentrum soll zwischen Juni 2020 und Januar 2022 erbaut werden, im März 2022 sollen die Nutzer einziehen.

Vertragsunterzeichnung zum Neubau der Astrid-Lindgren-Schule und des Berufsförderzentrums

Landrat Dr. Axel Lehmann, Manuela Kupsch (Leiterin Eigenbetrieb Schulen Kreis Lippe) und Carsten Hense (Geschäftsbereichsleiter bei Goldbeck Public Partner GmbH) unterzeichnen den Vertrag zum Neubau der Astrid-Lindgren-Schule und des Berufsförderzentrums. Foto: Kreis Lippe

 

Stimmen der Schulleitungen:

„Die Schulgemeinschaft der Astrid-Lindgren-Schule freut sich riesig auf die Möglichkeiten in den neuen Schulgebäuden. Den Schülerinnen und Schülern werden durch die Standorte und die Gebäudestrukturen mehr Chancen für Begegnungen, Kooperationen und zahlreiche Erfahrungen und Lernfelder im aktiven Leben der Gesellschaft ermöglicht. Der Neubau unterstützt und erleichtert vielfältig das Lernen und lässt uns aneinander und miteinander Wachsen“.

(Gudrun Laag, Schulleiterin Astrid-Lindgren-Schule)

 

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, die sich nun bald konkretisieren kann. Die Karla-Raveh-Gesamtschule und die Astrid-Lindgren-Schule haben bereits seit langer Zeit Ideen gesammelt und Vorplanungen getroffen. Viele schulische Beteiligte, unter anderem auch die Fachkonferenzen, sind dabei in engen Kontakt getreten. Ich bin zuversichtlich, dass Inklusion durch Kooperation auf diesem Weg richtig gut gelingen kann. Besonders freue ich mich für die Schülerinnen und Schüler, die gemeinsam mit- und voneinander lernen können. Dies wird maßgeblich dazu beitragen, das Verständnis von Lebenssituationen zu schaffen, damit Toleranz und Akzeptanz untereinander befördert wird."

(Bernd Hendig, Schulleiter Karla-Raveh-Gesamtschule)

Das Lüttfeld-Berufskolleg in Lemgo sieht in der Ansiedlung des Berufsförderzentrums auf dem Innovation Campus die besondere Chance, die bisher schon praktizierte erfolgreiche Kooperation

mit der Astrid-Lindgren-Schule unter deutlich verbesserten räumlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen erheblich zu optimieren und auszuweiten. Gemeinsam von Lehrkräften des Lüttfeld-Berufskollegs und der Astrid-Lindgren-Schule genutzte Lehrerzimmer ermöglichen eine verbindende, tiefgreifende, ganzheitliche und kontinuierliche Unterrichtsplanung und -durchführung. Doch nicht nur die Lehrkräfte arbeiten zusammen. Insbesondere die Zusammenarbeit der Schülerinnen und Schüler beider Systeme in den Klassen- und Fachräumen und das Zusammentreffen in der Mensa führen zu einer Integration, in der es auch Rückzugsmöglichkeiten gibt, die eine Unter- oder Überforderung der Schülerschaft, aber auch der Lehrkräfte verhindern.

Der zentrale Standort auf dem Campus mit seinen vielfältigen Berufsberatungs-, orientierungs- und -qualifizierungsangeboten sowie einer sehr guten ÖPNV-Anbindung und der Nähe zur Innenstadt erlaubt ein Höchstmaß an fachlicher und persönlicher Kompetenzentwicklung, die zu einem selbstbestimmten Leben führt.

Die Schulleitung und das Kollegium des Lüttfeld-Berufskollegs sind sehr froh, an diesem zukunftsweisenden Vorhaben von Anfang an beteiligt gewesen zu sein. Wir freuen uns, dass es jetzt endlich losgeht und bedanken uns für die Weitsicht bei der Verwaltung und der Politik im Kreis Lippe, die sich diese richtige Entscheidung nicht leicht gemacht haben.

(Manfred Kreisel, Schulleiter des Lüttfeld-Berufskollegs)