09.09.2019

Bernd Munko aus Schieder-Schwalenberg erhält das Verdienstkreuz

Durch sein langjähriges Engagement, vor allem im sozialen Bereich, hat Bernd Munko anerkennenswerte Verdienste erworben. Im Rahmen einer Feierstunde nahm er deshalb jetzt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Lippes Landrat Dr. Axel Lehmann entgegen. „Ihre Kreativität und Ihr Eifer waren der Grund für viele neue Projekte. Durch Ihr Engagement konnte vielen Menschen in Not geholfen werden“, betonte Landrat Dr. Lehmann in seiner Laudatio.

Bundesverdienstorden für Bernd Munko aus Schieder-Schwalenberg

Besonderer Einsatz für Menschen in Not: Landrat Dr. Axel Lehmann überreicht Bernd Munko, hier in Begleitung seiner Ehefrau Christa Munko, das Verdienstkreuz am Bande. Glückwünsche gab es auch von Schieder-Schwalenbergs Bürgermeister Jörg Bierwirth (von rechts). Foto: Kreis Lippe

 

Unvergleichlicher Einsatz für "Der Tisch Schieder-Schwalenberg"

2009 war Bernd Munko Mitgründer des Vereins „Der Tisch Schieder-Schwalenberg e. V.“. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es keine vergleichbare Einrichtung in der näheren Umgebung. Bernd Munko übernahm zunächst die ehrenamtliche Geschäftsführung und wurde 2010 zum Vorsitzenden des Vereins gewählt, der hilfsbedürftige Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Der Würdenträger trug maßgeblich zur erfolgreichen Arbeit des Vereins bei. Unter seiner Leitung versorgten etwa 70 Ehrenamtliche rund 160 Haushalte vor Ort mit zusätzlichen Lebensmitteln. Dabei lag ihm immer der persönliche Kontakt zu seinen Schützlingen besonders am Herzen, um auch bei der Lösung privater Probleme zu unterstützen und bei Bedarf entsprechende Hilfsangebote zu vermitteln.

Ein sozialer Beratungsdienst, den er ebenfalls initiierte, ergänzte das Angebot des Vereins. Mit vielen Ideen und festen Strukturen gestaltete er die Arbeit des Vereins im Laufe der Zeit zunehmend effektiver. So organisierte er beispielsweise Kochkurse für die Bezugsberechtigten, damit diese die gespendeten Lebensmittel möglichst zweckmäßig und schonend zubereiten lernen. Außerdem rief der Brakelsieker die „Aktion Weihnachtskiste“ ins Leben. Auf diesem Weg erhielten Bedürftige zu Weihnachten zusätzliche Lebensmittel, die von der Bevölkerung zuvor gespendet wurden.

Ebenfalls auf seine Initiative hin entstand das Projekt „Weihnachten nicht allein am Tisch“, bei der sich Hilfsbedürftige zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier treffen. Als leitender Kopf des Vereins kümmert er sich um Spendengelder, um so Kosten für Raummiete und Fahrzeuge zahlen zu können.

Bereits in den 1980er Jahren war Bernd Munko im Bereich der Flüchtlingshilfe für russlanddeutsche Spätaussiedler aktiv. Durch seine Arbeit für den „Tisch Schieder-Schwalenberg“ erkannte er den stark ansteigenden Zulauf von Flüchtlingen. Um diese Problematik zu entschärfen und gezielter Hilfe zu leisten, rief er 2015 die „Flüchtlingshilfe Schieder-Schwalenberg“ ins Leben. Von Beginn an übernahm er die Leitung dieser Gruppe von ehrenamtlichen Helfende. Die Flüchtlingshilfe begrüßt und informiert neu ankommende Flüchtlinge und versorgt sie mit Kleidung und Mobiliar. Unter Leitung von Bernd Munko fanden 2015 die ersten Sprachkurse statt, die von Ehrenamtlichen geleitet wurden. Erfolgreich setzte er sich zudem für verbilligte Tickets im öffentlichen Nahverkehr ein. Dabei ist es ihm ein besonderes Anliegen, dass die Vergünstigungen nicht nur Flüchtlingen sondern auch sozial bedürftigen Menschen zur Verfügung gestellt werden. Schnell nahmen an den von ihm initiierten Weihnachtsfeiern Flüchtlinge teil, was zu einer besseren Integration ins Ortsleben beitrug. Mittlerweile arbeiten Flüchtlinge auch beim „Tisch“ mit.

Außerdem erarbeitete Bernd Munko einen Leitfaden, damit neue Ehrenamtler schneller angelernt werden können und stellte den Verein dank eingeworbener Spenden auf eine solide finanzielle Basis. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule wurden weitere Unterstützungsangebote für die geflüchteten Menschen ins Leben gerufen. Partnerschaften für Flüchtlingsfamilien entstanden, Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung wurden auf den Weg gebracht und Feste für die Neuankömmlinge organisiert. Neue Flüchtlinge erhalten eine Begrüßungstasche mit den wichtigsten Daten für Anträge bei Stadt und Kreis, medizinische Betreuung, Einkaufsmöglichkeiten, Fahrpläne und Sprachangebote in mehreren Sprachen. Die Flüchtlingshilfe Schieder-Schwalenberg gilt im Kreis Lippe als Vorzeigeprojekt in der Flüchtlingsarbeit.

Bereits Anfang der 1970er Jahre engagierte sich der Ordensträger für soziale Projekte seiner katholischen Kirchengemeinde, organisierte Angebote zur Kinderbetreuung und war maßgeblich an der Einrichtung eines katholischen Kirchengartens beteiligt.

In den 1990er Jahren übernahm er die Patenschaft für ein Kind des nahegelegenen Kinderdorfes, dem er fürsorglich bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zur Seite stand.