11.06.2013

Ein Leben für das Turnen – Bundesverdienstorden für Hans Joachim Dörrer

Durch sein jahrzehntelanges Engagement im sportlichen Bereich hat Hans Joachim Dörrer aus Detmold anerkennenswerte Verdienste erworben. In einer feierlichen Stunde im Vereinstreff des Detmolder Turnvereins von 1860 nahm er jetzt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Landrat Friedel Heuwinkel entgegen. „1965 haben Sie Ihr ehrenamtliches Engagement als Gaujugendturnwart des Westfälischen Turnerbundes im Turngau Münsterland begonnen“, dankte Heuwinkel dem Würdenträger in seiner Laudatio.

Im Westfälischen Turnerbund war Dörrer als Lehrwart für die Aufbaustufe der Jungen verantwortlich für die Ausbildung der Übungsleiter im Bereich Turnen. Mit seiner Anstellung am Grabbe-Gymnasium im Jahr 1971 und dem damit verbundenen Umzug setzte er sein Engagement in Detmold sowie im Lippischen Turngau fort. Zu seinen Aufgaben gehörte unter anderem der Aufbau einer Turnleistungsschulung im Sportverband Detmold. 1980 war Hans Joachim Dörrer Mitinitiator des Landesleistungszentrums Kunstturnen in Detmold. Seit 1995 ist er dort als Stützpunktleiter tätig und setzt sich in vorbildlicher Weise für die Talentförderung ein. In seinen ehrenamtlichen Funktionen als Gaufachwart für das Kunstturnen der Frauen im Lippischen Turngau, als technischer Leiter und Abteilungsleiter der Kunstturnerinnen im Detmolder Turnverein von 1860 verstand er es, Theorie und Praxis für den gezielten Aufbau im Turnleistungssport umzusetzen. Von 1998 bis Anfang 2004 war er zweiter Vorsitzender und anschließend bis 2009 erster Vorsitzender des Vereins. Dabei setzte er sich vor allem für die Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen ein und baute so enge Kooperationen auf. Dank seines unermüdlichen Wirkens haben sich die Turnerinnen in die Spitze ihrer Altersklassen geturnt. 2010 wurde der Detmolder Turnverein mit dem „Grünen Band für vorbildliche Talentförderung“ ausgezeichnet.

Seit 1997 ist Dörrer Vizepräsident für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit im Westfälischen Turnerbund. In dieser Funktion ist er für die Redaktion des amtlichen Mitteilungsblattes „Westfalenturner“ zuständig. Bei den Landesturnfesten leitete er im Organisationskomitee den Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit. Innerhalb des Deutschen Turnerbundes war er von 1990 bis 2000 Mitglied des Technischen Komitees Kunstturnen Frauen und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit.
Von 1979 bis 1995 war Dörrer Autor der Zeitschrift „turnen und sport“. Seit 1990 gehört er dem Redaktionsteam der Fachzeitschrift „Olympisches Turnen aktuell“, heute „LEON*-Turnmagazin“, an, der führenden deutschsprachigen Fachzeitschrift für die Olympischen Sportarten. Er besucht und fotografiert die entsprechenden Sportveranstaltungen und verfasst die begleitenden Texte. Mit seiner professionellen Öffentlichkeitsarbeit leistet er einen wertvollen Beitrag zur öffentlichen Wahrnehmung des Turnens in Deutschland.

Für sein herausragendes Engagement im sportlichen Bereich wurde Dörrer bereits mehrfach geehrt: neben vereinsinternen Auszeichnungen erhielt er 1997 die Sportmedaille der Stadt Detmold, 2001 die WTB-Ehrennadel in Silber und 2009 wurde ihm die Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen, die höchste Auszeichnung im Sport auf Landesebene, verliehen.

Von 1971 bis 2008 wirkte Hans Joachim Dörrer in mehreren Gremien der Schulverwaltung mit: so war er von 1985 Mitglied der Lehrplankommission für das Leistungsfach Sport beim damaligen Kultusministerium des Landes Nordhrein-Westfalen und arbeitete am Modellprojekt „Talentstützpunkt Turnen Detmold“ mit. Seit 1995 betreute Dörrer als Bezirksobmann den Ausschuss für den Schulsport im Kreis Lippe bei der Bezirksregierung Detmold und gehörte ihm bis 2005 an. Hier setzte er sich dafür ein, dass Training, Wettkämpfe und weitere sportliche Veranstaltungen der jugendlichen Sportler unterstützt und optimiert wurden. Daneben war er einer der Vorsitzenden beim staatlichen Prüfungsamt an der Universität Bielefeld für die Fächer Sport und Erziehungswissenschaften und ist heute beim Prüfungsamt der Universität Paderborn für das Fach Pädagogik tätig. Im Rahmen von „Jugend trainiert für Olympia“ führte Dörrer die Mannschaft des Grabbe-Gymnasiums 27 Mal in Folge ins Landesfinale und vertrat 21 Mal mit „seinen“ Turnerinnen als Landessieger die Farben von Nordrhein-Westfalen im Bundesfinale in Berlin.

Dörrer ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2008 war er Studiendirektor am Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium in Detmold.

 

Große Freude über die hohe Auszeichnung
Große Freude über die hohe Auszeichnung
Landrat Friedel Heuwinkel überreicht Hans Joachim Dörrer das Verdienstkreuz am Bande, im Bild mit Ehefrau Irmtraud.