22.11.2013

Fachtagung zeigt Potentiale in der Zusammenarbeit von Jugend- und Suchthilfe auf

Jugend- und Suchthilfe stehen vor großen, gemeinsamen Herausforderungen. Über 26.000 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und zwanzig Jahren mussten 2011 in Deutschland wegen Alkoholmissbrauchs stationär behandelt werden. 2,5 Millionen Kinder lebten in suchtbelasteten Familien. Um das Thema in den Fokus zu rücken und miteinander ins Gespräch zu kommen, haben der Landschaftsverband Westfalen Westfalen-Lippe (LWL), der Kreis Lippe, die Drogenberatung Lippe und das Blaukreuz-Zentrum Lippe jetzt alle Interessierten Fachkräfte aus OWL und darüber hinaus zu der Tagung „Du liegst mir am Herzen – Wie viel Sucht verträgt eine Familie?“ ins Kurtheater nach Horn-Bad Meinberg eingeladen.

Unter den Fachkräften der Jugendhilfe besteht oft Unsicherheit, wie mit dem Rauschmittelkonsum von Kindern, Jugendlichen oder Eltern umgegangen werden soll. Bei der Suchthilfe  hingegen sind die Versorgungsstrukturen für konsumierende Kinder und Jugendliche oft lückenhaft.  Ein neues Thema für beide Hilfesysteme ist z.B. die exzessive Mediennutzung Jugendlicher. Auch gezielte Angebote für Kinder suchtbelasteter Eltern stehen selten zur Verfügung. Ein Problem sei zudem, dass Jugendliche, die z.B. Rauschmittel nehmen, immer jünger würden, berichtete Doris Sarrazin von der Koordinierungsstelle Sucht beim LWL. In interdisziplinären Diskussionen haben sich an dem Abend rund 130 Teilnehmer dem Thema genähert, sich kennengelernt und ausgetauscht, Wünsche in der Zusammenarbeit geäußert und Abstimmungsprozesse optimiert. Anhand eines Fallbeispiels haben die Anwesenden die Sucht- und Verhaltensproblematik eines 14-jährigen Jungen erörtert und in diesem Zusammenhang Zuständigkeiten und Handlungsweisen der verschiedenen Institutionen aufgezeigt. „Das Ziel der Veranstaltung, zur besseren Vernetzung der Systeme ‚Jugend- und Suchthilfe‘ beizutragen, haben wir erreicht“, resümiert Klaus Lükermann, Fachgebietsleiter Soziale Dienste beim Kreis Lippe. „Kompetente Fachvorträge und eine intensive Arbeit der Teilnehmer aus ganz unterschiedlichen Feldern der Sozialarbeit haben einerseits bereits Erreichtes verdeutlicht, andererseits aber auch Handlungsfelder benannt, die einer Optimierung in der Zusammenarbeit bedürfen. Insofern danken wir der Koordinationsstelle Sucht beim LWL und dem Landesjugendamt für die Durchführung und Finanzierung der Veranstaltung“, betont Lükermann.

Fachlicher Austausch:
Fachlicher Austausch:
Teilnehmer unterschiedlicher Institutionen der Jugend- und Suchthilfe diskutierten über künftige Möglichkeiten der Vernetzung.