17.06.2013

Felix-Fechenbach-Berufskolleg wird Plusenergieschule: Bund fördert Sanierungsmaßnahme

Unter der Überschrift „Wir investieren in Bildung - Bildung schafft Zukunft“ hat der Eigenbetrieb Schulen des Kreises (EBS) in den Jahren 2011 und 2012 bereits rund sieben Millionen Euro in die Modernisierung des Berufskollegzentrums in Detmold investiert. Nachdem jetzt der Förderbescheid des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) vorliegt, ist endlich der Weg frei für den zweiten Bauabschnitt, die bespielhafte  energetische Sanierung der Gebäude 1 bis 3  zur Plusenergieschule. 

Das Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von 7,8 Millionen Euro wird als Forschungsprojekt im Rahmen des Programms „Energieoptimiertes Bauen (EnOB)“ vom BMWi mit rund 1,74 Millionen Euro gefördert. „Unser Ziel ist es, Schule zukunftsweisend und nachhaltig als Ganzes zu denken, zu planen und zu gestalten. Dazu zählt für uns auch der Klimaschutz. Die jetzt bewilligte Förderung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, um Lippe als Klimaschutz- und Bildungsregion weiter zu stärken“, betont Landrat Friedel Heuwinkel.

Aus Sicht von Klaus Kuhlmann, Leiter des EBS, und Horst Klüter, Leiter des Felix-Fechenbach-Berufskollegs, ist das Berufskollegzentrum als energetisches Demonstrationsvorhaben geradezu prädestiniert: „An dem Standort werden rund 3.800 Schüler unterrichtet, unter anderem auch in vielen gebäude-, energie- und betriebsrelevanten Bildungsgängen. Für sie wird hier in Theorie und Praxis nachhaltige und ökologisch orientierte Architektur erlebbar.“ So erfolgt die Materialauswahl unter Berücksichtigung des Energieaufwands und der CO2-Belastungen über den gesamten Lebenszyklus. Darüber hinaus werden Lüftungsanlagen zu einer wesentlichen Verbesserung des Raum- und damit auch des Lernklimas beitragen. Zu verdanken ist der Bundeszuschuss einem Förderantrag, den der EBS zusammen mit den Planern  in intensiver Abstimmung mit dem vom BMWi beauftragten Projektträger Jülich (PTJ) erarbeitet hat. Die Komplexität und der hohe Anspruch als Forschungsprojekt sowie die mehrfach geänderten  Förderbedingungen stellten für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Als innovativer Ideengeber, Planer und Koordinator fungierte dabei das Architekturbüro Pape oder Semke, vertreten durch Architekt Dipl. Ing. Harald Semke. „Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Technischen Gebäudemanagement des EBS unter Leitung von Jan Kehl, den Fachplanern, der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Bergischen Universität Wuppertal ist es uns gelungen, noch rechtzeitig die letzten Förderhürden zu überwinden“, freut sich auch Harald Semke über die projektentscheidende Förderung.       

Klaus Kuhlmann ist sich sicher, dass das Vorhaben in der Altbausanierung Maßstäbe setzen wird. So ist geplant, den Heizenergieverbrauch der Plusenergieschule um 93 Prozent und den Stromverbrauch um 50 Prozent zu reduzieren. Die Einsparung des Gesamtenergiebedarfs für Heizung, Trinkwasser und Beleuchtung wird sich auf rund 70 Prozent belaufen. Der Gesamtenergieverbrauch würde damit von bisher rund 1,750 Millionen kWh auf rund 0,513 Millionen kWh sinken. Durch Ausführung der Satteldächer als integrale Photovoltaikdächer mit einer Leistung von 380 kWp und einer jährlichen CO2- Einsparung von 148 Tonnen werden zudem die Voraussetzungen für das Prädikat „Plusenergieschule“ erfüllt. Zudem spart der EBS durch die Anlage etwa 125.000 Euro für eine sonst fällige neue Dacheindeckung und rechnet durch die PV-Anlage mit einem Überschuss von etwa  250.000 Euro nach 21 Betriebsjahren.

Weiter erfüllt das Leuchtturmprojekt auch die Voraussetzungen des Förderprogramms der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) „Energieeffizient Sanieren“. Die Förderung erfolgt hier in Form besonders günstiger Darlehenskonditionen von 0,1 Prozent Zinsen fest für zehn Jahre und eines Tilgungszuschusses in Höhe von max. 530.000 Euro.

Die Arbeiten des zweiten Bauabschnitts werden mit dem Kanalbau mit Beginn der Sommerferien starten. Die energetische Modernisierung erfolgt dann weitgehend im laufenden Betrieb und soll bis zum vierten Quartal 2014 abgeschlossen sein.

Das Gebäude 4 soll dann als dritter Bauabschnitt folgen. Geplant sind hier der Ausbau des Erdgeschosses zu einem multifunktionalen Informations- und Kommunikationszentrum und die Modernisierung des Gesamtgebäudes, möglichst im Passivhausstandard.

Fassade_neu
Fassade_neu
Harals Semke (rechts) erläutert Landrat Friedel Heuwinkel, Horst Klüter und Klaus Kuhlmann die Sanierung. Im Hintergrund die neue Fassade, rechts im Bild die alte Fassade.