15.05.2020

Gegenseitige Hilfe der kreiseigenen Schulen

In Zeiten von Corona ist gegenseitige Hilfe unverzichtbar, das zeigen auch zwei Beispiele unter den kreiseigenen Schulen in Lippe.

 

Küchenteam der Förderschule am Teutoburger Wald unterstützt mit kreativen Ideen für Alltagsmasken

Dort, wo normalerweise kreativ für die Schüler der Schule am Teutoburger Wald gekocht wird, wurde in den vergangenen Wochen während des stark eingeschränkten Schulbetriebes kreativ gegen das Corona-Virus gearbeitet: Rund 400 Alltagsmasken in unterschiedlichen Größen, Farben und Designs hat das Team um die stellvertretende Küchenleiterin, Claudia Pohl, in Horn entworfen und hergestellt.

Derzeit findet in der Förderschule für geistige Entwicklung des Kreises Lippe nur eine Notbetreuung statt und daher konnte das Küchenteam die Zeit sinnvoll nutzen. So entstand die Idee für die wiederverwendbaren Mund-Nase-Schutzmasken, von denen schon viele an der Schule im Einsatz sind. Die Übrigen wurden nun dem Eigenbetrieb Schulen des Kreises Lippe mit seinen insgesamt 16 Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

Zwar erfüllen diese Schutzmasken nicht die medizinischen Standards, sie können jedoch überall dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn momentan Mund und Nase zu bedecken sind,. Auch an der Förderschule selbst sind sie in bestimmten Bereichen eine ideale Ergänzung zu den bestehenden Hygieneanforderungen und tragen so zur Eindämmung des Virus‘ bei. Das nächste Projekt des Küchenteams steht bereits an: Die Mitarbeiterinnen unterstützen, wie viele andere Beschäftigte beim Kreis Lippe, nun beim Zusammenbau von Einmalmasken.

 

Unterricht in Corona-Zeiten: Felix-Fechenbach-Berufskolleg entwickelt Schutzvisiere für Förderschulen

Über die allgemein gültigen Hygieneanforderungen hinaus stehen besonders die Förderschulen in der Coronapandemie vor zusätzlichen Herausforderungen: Hier lässt sich der geforderte  Mindestabstand von 1,5 m oft nicht einhalten. Zusätzlichen Schutz zu Mund-Nase-Masken bieten Visiere, die das Felix-Fechenbach-Berufskolleg (FFB) entwickelt und nun einigen kreiseigenen Förderschulen im Bereich geistige sowie emotionale und soziale Entwicklung zur Verfügung gestellt hat. Es gilt aber weiterhin die Anordnung vom Land NRW zum Tragen einer Mund-Nase-Maske in bestimmten Bereichen, Schutzvisiere können ergänzend eingesetzt werden, wenn zum Beispiel das Tragen einer Maske aufgrund von medizinischen Gründen nicht möglich ist.

Bedarf dafür besteht zum Beispiel an der Astrid-Lindgren-Schule in Lemgo-Leese, wo aktuell im Rahmen der Notbetreuung pflegerische oder therapeutische Maßnahmen erforderlich sind. Schulleiterin Gudrun Laag verdeutlicht, dass dabei die Mund-Nase-Masken oft nicht ausreichen: „Wir sind sehr froh über die Visiere, weil wir uns damit noch zusätzlich vor einer Tröpfcheninfektion schützen können.“ Für Martin Gerling, Schulleiter der Christian-Morgenstern-Schule in Detmold,  ist es wesentlich, mit den Kindern über Mimik zu kommunizieren: „Es ist für unsere Schüler wichtig, dass sie unsere Blicke richtig verstehen. Diese Visiere helfen uns im Unterricht unter den aktuellen Bedingungen sehr, auch wenn sie Schutzmasken nicht ersetzen können.“

Auch die lippische Kreisverwaltung hat dort, wo gehörlose Mitarbeiter beschäftigt sind, bereits einige solcher Visiere im Einsatz. „Durch die Schutzmasken ist die Kommunikation für diese Menschen praktisch abgeschnitten, weil sie die Mimik ihres Gegenübers nicht mehr komplett wahrnehmen können. Die von uns hergestellten Visiere erleichtern da die Zusammenarbeit im Berufsalltag deutlich,“ so FFB-Schulleiter Wolfgang Wilden.  

Bedingt durch die Schulschließungen konnte am FFB zuletzt kein Fachpraxisunterricht erfolgen, denn hier funktioniert „Lernen auf Distanz“ nicht. Die freien Kapazitäten haben die Werkstattlehrer im Metall- und Holztechnikbereich dann aber kreativ und innovativ genutzt. Innerhalb weniger Tage haben sie gepolsterte und individuell einstellbare Visiere entwickelt. Alle Materialien inklusive der stabilen, aber trotzdem leichten Plexiglasscheibe seien auch einfach zu reinigen.

Durch die vom Schulträger, dem Eigenbetrieb Schulen des Kreises Lippe, zur Verfügung gestellte Fachausstattung sei es möglich gewesen, sehr schnell ausreichend Visiere für die FFB-eigenen Bedarfe zu produzieren, so Wolfgang Wilden. „Wir erhoffen uns damit etwas mehr Sicherheit für die Lehrkräfte, aber auch für die Schülerinnen und Schüler“, freut sich Wolfgang Wilden.

 2020-05-15 Schutzvisiere Felix-Fechenbach-Berufskolleg

Die FFB-Werkstattlehrer (v.r.n.l.) Anatoli Giesbrecht, Daniel van’t Hull und Christian Drewes (nicht im Bild: Dirk Meier) übergeben die Visiere an Martin Gerling (Leiter Christian-Morgenstern-Schule), Andreas Schlathaus (Hausmeister Regenbogen-Schule) und Gudrun Laag (Leiterin Astrid-Lindgren-Schule). Foto: Kreis Lippe