17.05.2019

Kreis Lippe führt Bildungskonferenz zum Thema „Schulsozialarbeit – Vielfältig und professionell“ durch

So unterschiedlich sich das Leben und Lernen an den verschiedenen Schulformen darstellt, so vielfältig gestalten sich auch die Tätigkeitsfelder der schulischen sozialen Arbeit – von der Grundschule über die weiterführenden Schulen bis zu den Berufskollegs. Dabei werden die an der Schule tätigen sozialpädagogischen Fachkräfte von den Schülern als verlässliche Kontaktpersonen bei persönlichen und familiären Problemen, schulischen Schwierigkeiten, Konflikten im Klassenverband und auch bei Fragen zur beruflichen Orientierung wahrgenommen. Um die Schulsozialarbeit zu stärken, hat das Regionale Bildungsnetzwerk Lippe nun eine Bildungskonferenz zum Thema „Schulsozialarbeit – Vielfältig und professionell“ durchgeführt.

„Die Schulsozialarbeit ist eine wichtige Schnittstelle im schulischen Umfeld, um Kinder und Jugendliche zu erreichen und sie auf ihrem Weg zu selbstbewussten Erwachsenen zu begleiten. Bei dieser Aufgabe verstehen wir uns in Lippe als Netzwerk, bei dem wir mit den beteiligten Akteuren und Institutionen eng zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen. Die regelmäßigen Bildungskonferenzen sind dabei ein wichtiger Baustein“, erklärt Karl-Eitel John, zuständiger Verwaltungsvorstand beim Kreis Lippe. Die diesjährige Bildungskonferenz legt den Schwerpunkt auf die Schulsozialarbeit, so solle ein Beitrag für die positive Entwicklung und langfristige Stärkung der Schulsozialarbeit geleistet werden, so John weiter.

„Gemeinsam mit den Schulen sind durch Verwaltung und Rat der Stadt Bad Salzuflen gute Voraussetzungen geschaffen worden, um Schulsozialarbeit als eine weitere und wichtige Profession in den Schulalltag einzubringen. Ziel aller in diesem Prozess Tätigen ist es, den Schülerinnen und Schülern die aktive Teilhabe an Bildungsprozessen zu ermöglichen. Somit ist der kommunale Schulsozialdienst ein unverzichtbares Instrument für die aktive Gestaltung von kommunalen Bildungsräumen“, so Jörg Herrmann, Fachdienstleiter Bildungsförderung in Bad Salzuflen.

Alexander Koop, Schulsozialarbeiter am Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg, begrüßt, dass das Thema „Schulsozialarbeit“ durch die Veranstaltung des Regionalen Bildungsnetzwerks eine Bühne erhalten hat: „Die sozialpädagogische Arbeit an den Schulen ist in den letzten Jahren immer wichtiger und vielschichtiger geworden. Durch die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft kommt bei vielen Schülerinnen und Schülern Verunsicherung auf, die wir durch unsere Arbeit auffangen und gemeinsam bearbeiten. Ich wünsche mir, dass die Schulsozialarbeit zukünftig ein selbstverständlicher und fest eingebundener Bestandteil in Schule ist.“

Neben Fachvorträgen bot die Bildungskonferenz die Möglichkeit, in Workshops inhaltliche Schwerpunkte der Redner zu vertiefen oder sich weiteren Themenstellungen im Bereich der Schulsozialarbeit zuzuwenden. So konnten die Teilnehmer beispielsweise über die Rolle von Schule und Schulsozialarbeit beim Kinderschutz diskutieren oder sich über psychische Störungsbilder im Kindes- und Jugendalter informieren. Außerdem wurden in einem Methodenworkshop Taktiken und Strategien zur kollegialen Erziehungsberatung und Erziehungsplanung in multiprofessionellen Teams erarbeitet. Darüber hinaus zeigte eine Ausstellung mit verschiedenen Bildern und Vorführungen Aspekte der Schulsozialarbeit in Lippe – unter anderem standen hier auch Fachkräfte für Gespräche über ihre Arbeit und ihre Projekte an Schulen bereit. 

Auch zukünftig wird die Schulsozialarbeit eine wichtige Rolle im Schulalltag spielen. In der Zusammenarbeit mit Lehrkräften und außerschulischen Institutionen leistet sie einen wesentlichen Beitrag zu einem gelingenden Bildungsprozess von Kindern und Jugendlichen.

Bildungskonferenz Schulsozialarbeit im Kreishaus 

Organisierten den Fachtag „Schulsozialarbeit – vielfältig und professionell“: Irmgard Weishaupt, Veronika Spogis (LWL Münster Jugend und Schule), Dr. Ulrich Preuß (Chefarzt, Klinikum Lippe Kinder- und Jugendpsychiatrie), Markus Rempe, Landrat Dr. Axel Lehmann, Prof. Dr. Nicole Tigges (Referentin, TH Dortmund), Klaus Landrock (Stadt Lage, Fachbereichsleiter Schule, Sport, Kultur, Jugend und Soziales) und Therese Dallmeier (Bezirksregierung Detmold, Schulaufsicht über Real- und Hauptschulen) (von links). Foto: Kreis Lippe

 

Über das Regionale Bildungsnetzwerk Lippe:

Im Regionalen Bildungsnetzwerk Lippe sind unter anderem die Lippe Bildung eG, der Fachdienst Bildung des Kreises Lippe, die Koordinierungsstelle Schule-Beruf (Schu.B), der Eigenbetrieb Schulen, die Schulaufsicht sowie die Regionale Schulpsychologische Beratung vertreten.

Bereits 2008 hat der Kreis Lippe mit der Bezirksregierung Detmold und den 16 Städten und Gemeinden eine Kooperationsvereinbarung zur Gestaltung der Bildungsregion Lippe geschlossen und in kommunal-staatlicher Verantwortungsgemeinschaft 2009 die Entwicklung eines Regionalen Bildungsnetzwerks Lippe mit dem Land Nordrhein-Westfalen vertraglich vereinbart. Durch die Vernetzung und systematische Kooperation aller Bildungseinrichtungen im Kreis Lippe sollen die Bildungschancen verbessert werden.  Gerade im ländlichen Raum stellt Bildung einen wichtigen Standortfaktor dar.  Die strategische Steuerung des Regionalen Bildungsnetzwerks erfolgt über einen Lenkungskreis unter Leitung des Landrats sowie des Abteilungsleiters Schulen der Bezirksregierung und unter Beteiligung von Bürgermeistern und Schulaufsicht. 

Weitere Informationen zur Arbeit des Regionalen Bildungsnetzwerks Lippe gibt es auch im Internet unter www.kreis-lippe.de/Regionales-Bildungsnetzwerk-Lippe sowie im Arbeitsprogramm 2018/2019, das unter www.kreis-lippe.de/Bildung-und-Kultur/Publikationen-und-Links verfügbar ist.