11.02.2019

Landrat Dr. Lehmann und MdB Haase über 5G-Ausbau: „Frequenz-Auktionen müssen ohne Verzögerung begonnen werden“

Im Zusammenhang mit dem Ausbau des 5 G – Netzes in Lippe trafen sich Vertreter des Kreises Lippe mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Christian Haase zu einem Meinungsaustausch. Hintergrund bildete die nach wie vor vorhandene lückenhafte Netzabdeckung im Mobilfunkbereich, die vorrangig im ländlichen Bereich Deutschlands zu verzeichnen ist.

„Mit dem Zukunftskonzept Lippe 2025 haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, Lippe und vor allem die lippischen Ortsteile im Hinblick auf Digitalisierung vorwärts zu bringen und an den Chancen der digitalen Welt teilhaben zu lassen. Dazu brauchen wir die erforderliche Infrastruktur: Mit dem Breitbandausbau ist der erste Schritt getan, die Anbindung an 5G ist der zweite wichtige Schritt. Es ist wichtig, dass wir die aktuellen Entwicklungen in Berlin nutzen und eigene Konzepte auf den Weg bringen und umsetzen“, zieht Landrat Dr. Axel Lehmann ein positives Resümee aus den Gesprächen mit MdB Christian Haase.

„Für mich ist vorrangig wichtig, dass wir schnellstens flächendeckenden Mobilfunk im ländlichen Raum haben. Hier darf es keine weißen Flecken geben. Das gilt auch für Freiflächen und den Wald. Der nächste Schritt ist dann 5G. Wichtig ist allerdings, dass die Industrie- und Gewerbegebiete bereits jetzt durch eigene lokale Netze bei Bedarf 5G nutzen können. Das ist ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor. Das sollte auch für Kommunen ermöglicht werden“, so Haase.

„Wenn wir Echtzeitrahmenbedingungen schaffen wollen, beispielsweise für digitale Verkehrssteuerungen, Gesundheitszentren oder auch für praktische Anwendungen im Bereich der digitalen Landwirtschaft (Smart Farming), kommen wir um 5G nicht herum“, erklärt Dr. Stefan Ostrau, Digitalisierungsbeauftragter des Kreises Lippe. Vorgesehen sei, diese Aspekte in die Digitalisierungsstrategie mit aufzunehmen und nach Möglichkeit beim kreisweiten Breitbandausbau mit zu berücksichtigen.

MdB Christian Haase erklärt, dass er derzeit in Berlin fordere, die bereits jetzt zur Verfügung stehenden Frequenzen im niedrigen Bereich für den ländlichen Raum zu nutzen. In dem Zusammenhang habe er bereits im vergangenen Jahr in einem Schreiben an alle Bürgermeister in den Kreisen Höxter und Lippe sowie an die Landräte auf die App zur Breitbandmessung der Bundesnetzagentur aufmerksam gemacht, um weiße („unterversorgte“) Flecken zu melden. Die Informationen werden in eine virtuelle Karte eingespeist und an die Bundesnetzagentur übermittelt.

Gespräch 5G mit Landrat und MdB Haase

Klärten im Gespräch, wie flächendeckender Mobilfunkempfang im ländlichen Raum umgesetzt werden kann: Dr. Stefan Ostrau, Landrat Dr. Axel Lehmann, Olaf Konrad (Stabsstelle Digitalisierung), Jörg Düning-Gast (zuständiger Verwaltungsvorstand beim Kreis Lippe) und Christian Haase MdB (von links). Foto: Kreis Lippe.