10.05.2019

REGIONALE 2022 – Drei weitere Projekte für Kreativität, Innovation und Gesundheit in Lippe erhalten den B-Status

Der ländliche Raum braucht eine dynamische Wirtschaftsentwicklung und flächendeckende Gesundheitsversorgung, um im Wettbewerb mit großen Ballungszentren Schritt zu halten. Die REGIONALE 2022 fördert daher unter dem Leitmotto „Das neue UrbanLand“ Projekte, die den Mittelstand stützen und zukunftsweisende Ideen umsetzen. Drei weitere Projekte aus Lippe erhielten nun den B-Status durch das Urban Land Board: „guLIP“ – gesundes Land Lippe, der Innovation SPIN und der Kreativ Campus Detmold haben dadurch die Chance, ein offizielles Projekt der REGIONALE 2022 zu werden.

„Gemeinsam mit mehreren Partnern arbeitet der Kreis Lippe an entsprechenden Konzepten für mehr Kreativität, Innovation und Gesundheit in der Region. Wir wollen verschiedene Akteure vernetzen und den Wissenstransfer ausweiten, für eine zukunftsfähige Versorgung, konkurrenzfähige Wirtschaft sowie Ausbildung und Bindung von Fachkräften. Mit den Projekten schaffen wir hierfür günstige Rahmenbedingungen. Dadurch kommen wir nicht nur den Zielen der REGIONALE, sondern auch des Zukunftskonzeptes Lippe 2025 nach“, sagt Landrat Dr. Axel Lehmann. Der Kreativ Campus soll neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Kreativen, der Gesamtwirtschaft und der Gesellschaft begünstigen; in Lemgo soll ein neues Gebäude entstehen, das Raum für Innovation bietet. Drei regionale Gesundheitszentren sind modellhafte Projekte für die Gesundheits- und Pflegeversorgung in der Region.

Zu den Projekten:

„guLIP“ – gesundes Land Lippe
Mit dem Aufbau regionaler Gesundheitszentren setzt der Kreis Lippe auf ein Gesamtkonzept zur Sicherung einer hochwertigen Gesundheits- und Pflegeversorgung im ländlichen Raum. Die Gesundheitszentren sollen in Oerlinghausen, Lügde und Bad Salzuflen entstehen und werden modular an das jeweilige Quartier und die verschiedenen Standortbedingungen angepasst. Ein regionales Gesundheitszentrum soll umfangreiche Präventionsangebote bieten und für Lippe die Medizin sowie Pflege mit neuen Technologien weiterentwickeln. An den Standorten entsteht im Quartier eine Anlaufstelle für umfassende Beratung und Unterstützung zu gesundheitlichen und sozialen Fragestellungen. Für junge Ärzte und Fachkräfte eröffnen die Zentren ein attraktives Lern- und Arbeitsumfeld im dynamischen Gesundheits- und Pflegesektor. Denn die Gesundheitszentren umfassen eine medizinische Versorgung mit Blick in die Zukunft, als Plattformen für E-Health oder Telemedizin sind sie Modelleinrichtungen für weitere Gesundheitszentren. Die Umbau- oder Neubaumaßnahmen an den ersten drei regionalen Gesundheitszentren sind für die Jahre 2020/2021 vorgesehen.

Innovation SPIN
Der Innovation Campus in Lemgo soll weiterwachsen. An der Kreuzung Bunsenstraße und Langenbruch soll nun das Herz des Innovation Campus entstehen: Der Innovation SPIN. In gleichberechtigter Partnerschaft wollen der Kreis Lippe und die Lippe Bildung eG mit der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe und der Technischen Hochschule OWL einen Ort schaffen, in dem Wissen und Technologien zugänglich sind und ein offener Austausch zwischen verschiedenen Akteuren stattfinden kann. Im Mittelpunkt steht dabei die räumliche und inhaltliche Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft, um Hürden abzubauen. Konkret geht es darum, Innovationslabore einzurichten, die sich mit den Themen digitale Medienanwendung für die berufliche Bildung sowie der Digitalisierung von Gesundheitsberufen beschäftigt. Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sie kann aber helfen, künftige Herausforderungen zu meistern. Die digitale Werkstatt des Handwerks soll Handwerksbetriebe fit machen für die Weiterentwicklung ihrer Unternehmen und die Gewinnung neuer Kompetenzen. Zudem sind Projekträume und Labore geplant, in denen unterschiedliches Können aus allen Bereichen zusammen gebracht wird. Studenten, Wissenschaftler, Unternehmer und Bürger arbeiten gemeinsam an der Lösung komplexer Fragen und tauschen sich offen über innovative Denk- und Lösungsansätze aus. Ziel ist es, die berufliche und akademische Ausbildung sowie Weiterbildungsangebote zukunftsfest zu gestalten und immer auf dem aktuellsten Stand zu halten.

Kreativ Campus Detmold
Detmold hat im landesweiten Vergleich besondere Stärken in der Kreativwirtschaft. So gibt es in der Stadt mehr als 180 Institutionen, die in der Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK) tätig sind, wie etwa Architekturbüros, Designer, Softwareentwickler, künstlerische Einrichtungen oder der Werbemarkt. Abgerundet wird das Profil durch das Landestheater, das Freilichtmuseum und die Hochschulen. Diesen Standortvorteil wollen die beteiligten Hochschulen, der Kreis Lippe mit den Berufskollegs und die Stadt Detmold weiter ausbauen. Im Laufe des Jahres 2018 entwickelten sie gemeinsam die Idee eines Kreativ Campus. Im ersten Schritt soll getragen von der Technischen Hochschule OWL, der Hochschule für Musik und der Universität Paderborn das KreativInstitut.OWL an der Bielefelder Straße entstehen. In diesem Institut wird Grundlagenforschung im Bereich Medieninformatik und Datenbanken mit mindestens deutschlandweiter Bedeutung betrieben werden. Die Beteiligten erhoffen sich dadurch einen Technologietransfer in die Wirtschaft und Gesellschaft. „Durch die Bündelung von Kompetenzen und Infrastruktur der Partner wird der Standort Detmold neue zusätzliche Attraktivität für die gesamte Kreativ-Branche erhalten. Das wird weitere Firmen und Fachkräfte anlocken und die Stärke des Standortes weiter ausbauen!“, erwartet Verwaltungsvorstand Jörg Düning-Gast für die künftige Entwicklung. Im weiteren Prozess zielen der Kreis Lippe und seine Partner auf eine intensive und langfristige Kooperation ab. Die Vorteile einer fest vereinbarten Zusammenarbeit haben sich bereits gezeigt und sollen auf Detmold übertragen werden. Deshalb arbeiten die Partner an der Vorbereitung der Gründung eines gemeinsamen Vereins.