18.12.2019

Schulstation Grünau fit für die Zukunft – Kooperationspartner regeln Zusammenarbeit neu

Nach zwei Jahren der informellen Zusammenarbeit haben der Kreis Lippe und die Graf Recke Pädagogik gGmbH nun ihre Kooperation auch schriftlich besiegelt: Beide Partner unterzeichneten im Kreishaus eine entsprechende Vereinbarung, der auch das Schulamt für den Kreis Lippe beigetreten ist.

Seit dem Jahr 2007 werden auf dem Hof Nacke in Bad Salzuflen Schüler aus der Heilpädagogisch-therapeutischen Einrichtung Grünau beschult. Diese ursprünglich vom Evangelischen Johanneswerk betriebene Einrichtung wurde vor einiger Zeit von der Graf Recke Stiftung mit Sitz in Düsseldorf übernommen und betreut als Graf Recke Pädagogik gGmbH aktuell insgesamt 92 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in verschiedenen stationären Settings sowie 45 Kinder und Jugendliche in teilstationären Angeboten, verteilt auf vier Tagesgruppen und eine Fünf-Tage-Gruppe.

Aufgrund vielfältiger belastender Erlebnisse in ihrer jungen Biografie haben die in Grünau untergebrachten Kinder und Jugendlichen einen besonders hohen Förderbedarf und können vorübergehend nicht am regulären Unterricht in ihrer Stammschule teilnehmen. Den Raum für die notwendige schulische „Auszeit“ bietet ihnen die Schulstation Grünau, ein Ableger der vom Eigenbetrieb Schulen des Kreises Lippe getragenen Regenbogenschule Dörentrup-Bega.

Die Schulstation ist ein Erfolgsmodell, das durch die Kooperation ganz unterschiedlicher Partner getragen wird: Denn neben dem Einrichtungsträger und dem Eigenbetrieb Schulen sind auch das Jugendamt des Kreises Lippe für zwölf der sechzehn kreisangehörigen Kommunen und die Bezirksregierung Detmold, die die Lehrkräfte zur Verfügung stellt, beteiligt.

Der beim Kreis Lippe als Verwaltungsvorstand und Leiter des Fachbereichs Jugend, Familie und Soziales zuständige Karl-Eitel John stellt heraus, dass für Kinder und Jugendliche mit außergewöhnlichem Unterstützungsbedarf im Bereich der Emotionalität und des Sozialverhaltens ein regelmäßiger Schulbesuch oft unmöglich ist. „Aber die Schulstation ist ein besonderer Lernort, an dem sie wieder gerne zur Schule kommen. Damit schaffen sie den Einstieg, um später auch wieder am Alltag einer normalen Schule teilzunehmen.“ Geteilt wird diese Einschätzung von Michael Mertens, einem der beiden Geschäftsführer der Graf Recke Pädagogik gGmbH : „Ich freue mich, dass die Kooperation mit uns als neuem Träger fortgesetzt und fachlich weiterentwickelt werden wird.“ 

Durch den Wechsel beim Einrichtungsträger hatte sich die Notwendigkeit ergeben, unterschiedliche Punkte der Kooperation neu zu regeln. Daher wurde durch den Eigenbetrieb Schulen des Kreises Lippe gemeinsam mit den übrigen Kooperationspartnern nun eine komplett neue vertragliche Grundlage geschaffen, die von allen gemeinsam getragen wird. „Damit ist die Schulstation auch für die Zukunft weiterhin gut aufgestellt“, ist sich Schulrat Heinrich Kessen sicher.

Unterzeichnung Kooperationsvereinbarung Schulstation Grünau 

Unterzeichnen den Kooperationsvertrag für die Schulstation Grünau: Michael Mertens (Geschäftsführer Graf Recke Pädagogik gGmbH, Region Westfalen – Lippe), Manuela Kupsch (Leiterin Eigenbetrieb Schulen Kreis Lippe) und Karl-Eitel John (zuständiger Verwaltungsvorstand Kreis Lippe)(vorne von links), hier gemeinsam mit Rita Lackmann (Leitende Regierungsschuldirektorin für Förderschulen bei der Bezirksregierung Detmold), Martina Wagner (Dienststellenleitung bei der Graf Recke Pädagogik gGmbH, Region Westfalen-Lippe), Heinrich Kessen (Schulrat Förderschulen beim Schulamt für den Kreis Lippe) sowie Ulrich Henselewski (Schulleiter Regenbogenschule des Kreises Lippe)(hinten von links). Foto: Kreis Lippe