05.02.2019

Statement zur Pressekonferenz des Landkreises Hameln-Pyrmont

Der Landkreis Hameln-Pyrmont berichtete am Dienstag, 5. Februar, bei einer Pressekonferenz über die Missbrauchsfälle in Lippe und die Rolle des Jugendamts Hameln-Pyrmont sowie des Jugendamts des Kreises Lippe.

„Wir befinden uns genauso wie der Landkreis Hameln-Pyrmont in einem laufenden Verfahren, die Details in den Akten bewerten die Ermittlungsbehörden. Benannt wurde der Paragraph 8a, der im SGB den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung vorschreibt. Das Wohl des Kindes wurde Ende 2016 vor Ort in Lügde im Hinblick auf eine Verwahrlosung überprüft. Die Informationen sowie eine Einschätzung wurden an das fallzuständige Jugendamt in Hameln-Pyrmont weitergeben. Ich schließe mich Tjark Bartels an: Statt einer Vorverurteilung einzelner Personen fokussieren auch wir uns im Jugendamt auf die Aufklärung, die Prozesse und Verfahrensabläufe“, erklärt Landrat Dr. Axel Lehmann. „Zudem bieten wir weiterhin Hilfs- und Beratungsangebote an – sowohl für Opfer, als auch für verunsicherte Kinder, Eltern oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen oder Behörden“.

Am vergangenen Freitag, 1. Februar, hat der Kreis Lippe Stellung genommen zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in Lippe:

Hilfen, die angeboten werden

Der Kreis Lippe bietet ein Beratungstelefon für Eltern, Familien und pädagogische Fachkräfte an. Die Anrufer können sich anlässlich der Geschehnisse und der medialen Berichterstattung für Fragen und Sorgen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt oder sexuellem Missbrauch an das Beratungstelefon wenden. Das Beratungstelefon ist von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr unter 05231 / 62 16 33 erreichbar. Es ist mit erfahrenen psychologischen und pädagogischen Fachkräften und Therapeuten besetzt. Neben telefonischen Beratungen werden auch weitere Unterstützungsleistungen vermittelt.

Neben der Beratung durch das Jugendamt des Kreises Lippe steht vor Ort auch das SOS-Beratungszentrum für ein weiteres Angebot bereit. Dadurch wird das Hilfsangebot direkt vor Ort erweitert. Diese Beratung ist freiwillig, kostenfrei und vertraulich. Die Termine im Rathaus in Lügde: Am Mittwoch, 6. Februar, 9 bis 12 Uhr sowie an den Montagen, 11., 18., 25. Februar und 4. März, jeweils 14 bis 16 Uhr. Bei Bedarf werden weitere Termine angeboten.

Die KiTas und Schulen in Lügde verteilen Elternbriefe. Diese geben Tipps, wie sich Eltern in der aktuellen Situation verhalten können und weisen auf das Beratungstelefon und Hilfsangebote hin.

Kreis Lippe und Polizei Lippe unterstützen die Aufklärung
Es besteht behördenübergreifend eine große Bereitschaft, die Vorgänge selbstkritisch aufzuarbeiten und mit der Staatsanwaltschaft zu kooperieren. „Die Beurteilung des Verhaltens einzelner Behördenmitarbeiter in dieser Angelegenheit liegt bei den Ermittlungsbehörden. Das Ergebnis bleibt abzuwarten“, erklärt Landrat Dr. Lehmann. Die erforderlichen Unterlagen liegen den Ermittlern vor. „Zur Aufarbeitung arbeiten wir mit allen Behörden zusammen und werden durch das Landesjugendamt NRW begleitet.“

Zudem gibt es eine weitere Meldung des Kreises Lippe vom 30. Januar, diese findet sich hier.