14.05.2019

Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld: Kreisausschuss berät zu Kooperationsvertrag

Ab dem Wintersemester 2021/2022 soll das künftige Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld den Studien- und Forschungsbetrieb aufnehmen. Grundlage für die Gründung und den Betrieb des Klinikums ist ein Kooperationsvertrag zwischen der Universität Bielefeld und dem Klinikum Lippe, dem Evangelischen Klinikum Bethel sowie des Städtischen Klinikums Bielefeld. Über den Abschluss des Kooperationsvertrages hat nun der Kreisausschuss beraten. Er begrüßte die erarbeiten Inhalte und stimmte für eine Unterzeichnung. Beratungen der Gesellschafterversammlung der Gesundheit Lippe GmbH sowie des Aufsichtsrats und der Gesellschafterversammlung der Klinikum Lippe GmbH sollen folgen.

„Der Rahmenvertrag verdeutlicht die positiven Effekte für die Gesundheitsregion Lippe, die das Universitätsklinikum OWL mit sich bringen wird. Indem wir qualitativ hochwertige Forschung und Lehre etablieren, wird sich die medizinische Versorgung im Kreis verbessern. Davon profitieren alle Lipper“, erklärt Landrat Dr. Axel Lehmann.

Das Universitätsklinikum OWL soll ein Ort ständiger medizinischer und medizinisch-technischer Innovation und des Wissenstransfers sein. „Die Kooperation mit der Uni Bielefeld ist ein großer Schritt für das Klinikum, wir werden in Zukunft eigene Ärzte in Lippe ausbilden,“ sagt Henning Welslau Fraktionsvorsitzender SPD Kreistagsfraktion.

Im ersten Auswahlverfahren erhielt das Klinikum Lippe als eines von drei Krankenhäusern für das zukünftige Universitätsklinikum OWL den Zuschlag. „Wir begrüßen die Entscheidung der Landesregierung, hier in OWL eine medizinische Fakultät einzurichten. Nachdem diese langjährige CDU-Forderung nun zur Umsetzung kommt, wird sich die CDU-Kreistagsfraktion jetzt dafür einsetzen, dass der Kreis die Investitionskosten für die Errichtung des Universitätsklinikums trägt. Wir sehen außerdem die Notwendigkeit, dass in einigen Bereichen der bestehenden Infrastruktur weitere Investitionen erfolgen müssen, um diese auf einen Stand zu bringen, der einem Universitätsklinikum gerecht wird. Wir erwarten schließlich durch den Universitätsbetrieb eine verbesserte medizinische Versorgung im ländlichen Raum und darüber hinaus auch sehr positive regionalwirtschaftliche Effekte für Lippe,“ begrüßt Andreas Kasper, Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag, den ausgearbeiteten Kooperationsvertrag.

In den Vertragsverhandlungen zwischen der Universität Bielefeld und den drei Krankenhausträgern erarbeiteten die zukünftigen Partner den nun vorgelegten Rahmenvertrag. Er beinhaltet beispielsweise Regelungen zur Qualitätssicherung, zur Qualifizierung und Förderung des wissenschaftlichen und klinischen Nachwuchses oder zur Besetzung von Professuren gemäß dem Hochschulgesetz. „Die FDP Lippe begrüßt das nach langen Diskussionen nun endlich eine Beteiligung des Klinikums Lippe als Gründungsmitglied an dem Universitätsklinikum OWL erreicht werden konnte. Es war eine jahrelange Forderung der FDP diese Fakultät in Bielefeld einzurichten, um gerade den Ärztemangel in Lippe und OWL mit einer Ausbildung vor Ort entgegen zu wirken," erklärt Carsten Möller, Fraktionsvorsitzender FDP im Kreistag. Ursula Jacob-Reisinger, Fraktionsvorsitzende Die Linke, ergänzt: „Forschung und Lehre sind unverzichtbar, müssen sich aber an den Bedarfen der Menschen orientieren. Zuwendung und Empathie sind für Patienten ebenso wichtig. Die Beschäftigten müssen dafür die entsprechenden Bedingungen vorfinden.“

Über das Universitätsklinikum OWL
Das Land Nordrhein-Westfalen plant, an der Universität Bielefeld eine Medizinische Fakultät zu errichten. Studierende an der Universität Bielefeld haben dann die Möglichkeit, ein vollständiges staatliches Medizinstudium zu absolvieren – inklusive einer praktischen Ausbildung. Um diese Aufgaben in Forschung und Lehre erfüllen zu können, hat das Land NRW die Universität Bielefeld ermächtigt, mit verschiedenen besonders qualifizierten Krankenhausträgern das Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld zu gründen. Die Basis hierfür ist der Kooperationsvertrag, der die Rahmenbedingungen und wesentlichen Eckpunkte der Zusammenarbeit regelt.