05.02.2020

Zukunftsworkshop deutscher Wanderexperten in Tuttlingen: Think Tank „Wandern“ trifft Europaminister Wolf

Auf Einladung der Tourismusorganisation Donaubergland GmbH tagte der Königswinterer Kreis, eine Arbeitsgemeinschaft von Wandertouristikern aus dem gesamten Bundesgebiet, in Tuttlingen. Unter dem Motto „Wandern in die Zukunft gedacht“ befassten sich die Wanderexperten mit den Zukunftsthemen Digitalisierung, Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit. Im Rahmen der Fachtagung nutzten die Touristiker, die auch aus Lippe kamen, die Gelegenheit zu einem Austausch mit dem baden-württembergischen Minister Guido Wolf, zuständig für Justiz, Europafragen und Tourismus und selbst passionierter Wanderer.

Dass Tourismus eine hohe Relevanz für die jeweilige Region hat, konnte der Minister anhand der Entwicklung der Region Donaubergland bestätigen: „Als Landrat von Tuttlingen hatte ich bei der Gründung der Donaubergland GmbH nicht erwartet, dass die Region eine derartige touristische Bedeutung erlangen würde. Umso erfreuter bin ich über diesen Aufschwung, der sich nicht zuletzt positiv auf die Lebensqualität in der gesamten Region auswirkt.“ Innerhalb der unter der Federführung von Minister Wolf entwickelten neuen Tourismusstrategie des Landes Baden-Württemberg spielt das Wandern eine bedeutende Rolle.

Mit dabei war auch Günter Weigel von der Lippe Tourismus & Marketing GmbH als Leiter des Kompetenzzentrums Wandern, der die Aktivitäten rund um das Projekt „Qualitätsregion Wandern“ in Lippe erläuterte.

Professor Dr. Heinz-Dieter Quack, Leiter des Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes, würdigte die positive Entwicklung der Donauberglandregion und zog hier den Vergleich zum Kreis Lippe, der ähnliche Themen und Erfolge aufweist. Prof. Quack berichtete im Rahmen der Sitzung auch von der Studie des Kreises Lippe zu den Themen Wandern, Reiten, Radfahren, in der die betroffenen Akteure wichtige Grundlagen für das zukünftige geregelte Miteinander gelegt haben.

Ob im Zuge der omnipräsenten Digitalisierung das virtuelle Erlebnis einst das reale Wandererlebnis ersetzen könnte, war ein weiteres Thema der Fachtagung. Außerdem beschäftigte sich der Königswinterer Kreis mit der Relevanz von Siegeln und Zertifizierungen als Instrument des Qualitätsmanagements und Marketings von Wanderangeboten. Abschließend galt es, die Bedeutung des Wanderns als Baustein des nachhaltigen Tourismus und im Kontext der neuen nationalen Tourismusstrategie des Bundes zu beleuchten. Einig sind sich die Experten in der Einschätzung, dass das Wandern vor dem Hintergrund des zunehmenden Umweltbewusstsein in der Gesellschaft weiter an Bedeutung gewinnen wird und das Engagement in den Wandertourismus eine lohnende Investition mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung darstellt.

Zukunftsworkshop deutscher Wanderexperten in Tuttlingen - Königswinterer Kreis trifft Europaminister Wolf

Diskutierten über Digitalisierung, Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit im Wandertourismus: Karin Hünerfauth-Brixius (Tourismusnetzwerk Rheinland-Pfalz), Thorsten Heuer (Chefredakteur Wandermagazin), Günter Weigel (Geschäftsführer Lippe Tourismus und Marketing GmbH und Leiter des Kompetenzzentrums Wandern Lippe), Birgit Grauvogel (Geschäftsführerin Tourismus Zentrale Saarland), Minister Guido Wolf (Ministerium für Justiz und Europafragen Baden-Württemberg), Walter Knittel (Geschäftsführer Donaubergland Marketing und Tourismus GmbH Tuttlingen), Stefan Fredlmeier (Tourismusdirektor Füssen), Christa Fredlmeier (TopTrails of Germany), Sebastian Gleichsner (HA Hessen Agentur GmbH), Jan Schubert (Tourismus-Direktor Pfronten) (von links). Foto: Kreis Lippe

 

Wandern in Deutschland und angrenzenden Wandergebieten

Der Königswinterer Kreis ist ein Forum ausgewiesener Wanderexperten aus ganz Deutschland, das sich dem Erfahrungsaustausch und Know-How-Transfer im nationalen wie internationalen Kontext verschrieben hat. Er engagiert sich aktiv für die Erhöhung der öffentlichen Wahrnehmung des Wanderns in Deutschland und in direkt benachbarten, grenzüberschreitenden Wandergebieten.

Wir sind damit ein informeller Zusammenschluss wandertouristischer Akteure aus relevanten Institutionen (Orte, Regionen, Länder, Wege, Verbände, Institute, Medien). Die Mitgliedschaft ist personengebunden, wobei Vertreter aus der jeweiligen Institution eines Mitgliedes ebenfalls teilnahmeberechtigt sind. Der Königswinterer Kreis versteht sich als Denklabor zu aktuellen und zukünftigen Entwicklungen im Wandertourismus; er bündelt die wandertouristischen Kompetenzen. Er entwickelt zukunftsweisendes wandertouristisches Know-How und trägt dieses in die Institutionen der Mitglieder des Königswinterer Kreises sowie in die relevanten Verbände.