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11.05.2018

Antisemitismustag am HANSE-Berufskolleg mit viel Zustimmung – Schüler entwickeln eigenen „Parcours der Mahnung“

Ausdrucksstarke Fotos, entlarvende Parolen und eine Filmsequenz zur Befreiung eines Konzentrationslagers, die unter die Haut ging: Der „Parcours der Mahnung“ am Antisemitismustag des HANSE-Berufskollegs zu den Judenpogromen in der Nazizeit war für die Schüler nicht nur informativ, sondern auch emotional gestaltet. Das Berufskolleg des Kreises Lippe trägt seit 2016 den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Rund zwei Monate dauerte die Vorbereitung zum Parcours mit dem Titel „Antisemitismus – eine alte Gefahr auf neuem Vormarsch“, der von zwei Oberstufenklassen der Höheren Handelsschule und der Schülervertretung (SV) trotz anstehender Fachhochschulreifeprüfung durchgeführt wurde. „Der Anstoß zu diesem Projekt waren die jüngsten antisemitischen Vorfälle, die in der Presse behandelt und in den SV-Sitzungen breit diskutiert wurden“, legte der SV-Lehrer Christian Hellwig dar.

Antisemitismustag HANSE-Berufskolleg

Schulleiterin Susanne Tietje-Groß bedankte sich bei der Schülersprecherin Angela Ewert, dem KI-Mitarbeiter Dr. Frank Oliver Klute und dem SV-Lehrer Christian Hellwig mit einem kleinen Präsent für das Engagement beim Antisemitismustag (v.l.).

„Das Thema Antisemitismus wird in jeder weiterführenden Schule behandelt. Doch abseits des Lehrplanes, welcher nur eine grobe Zusammenfassung des Holocausts beinhaltet, gibt es viele wichtige Informationen, von denen ein Großteil der Schüler nichts weiß“, betonte die Schülersprecherin Angela Ewert. „Diese Fakten herauszusuchen und zu zeigen, wohin bereits latenter Antisemitismus und Rassismus führen können, war der SV ein Anliegen“, sagte Ewert.

Das Ziel: Erziehung gegen Rassismus

„Wir wollen die Schüler gegen jede Form von Rassismus erziehen. Dazu dient der heutige ,Parcours der Mahnung‘“, bekräftigte Schulleiterin Susannen Tietje-Groß. Die Konfrontation mit den ungeheuerlichen Gräueltaten der Zeit des Nationalsozialismus solle ihnen im Alltagshandeln die Orientierung geben, sich frühzeitig für eine Gleichbehandlung aller Menschen einzusetzen. Die Aktualität des Themas werde durch die Übergriffe auf Juden und jüdische Symbole in den letzten Wochen deutlich, wie es Tietje-Groß ausführte.

„Da steckt viel Herzblut drin“, beschrieb Dr. Frank Oliver Klute vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Lippe die Aktion, der das SV-Team bei der Vorbereitung und bei der ersten Aufarbeitung unterstützte. Gerade die authentische Vehemenz, mit der die SV die Klassen begleitet habe, werde dafür sorgen, „dass antisemitische Sprüche und Handlungen bei den Schülern des HANSE-Berufskollegs nicht mehr unkommentiert bleiben und kritisch hinterfragt werden“, so Klute weiter.