Landschaftsplan Nr. 1 "Sennelandschaft"

Der Landschaftsplan erstreckt sich auf Teile der Stadt Oerlinghausen sowie auf Teile der Gemeinden Augustdorf und Schlangen. Die Gebietskulisse umfasst auch die Truppenübungsplätze Senne und Stapellager Senne. Trotz der kommunalen Grenzen und militärischen Nutzung stellt sich der Landschaftsraum Senne als eine Einheit dar, auch im Bewusstsein der Bevölkerung.

Die Gestaltung der Sennelandschaft begann vor etwa 200.000 Jahren als beim Abschmelzen eines Gletschers Schmelzwasser südwestlich des Teutoburger Waldes in das Gebiet der heutigen Senne abfloss. Dieses wurde vor einem zweiten Gletscher aufgestaut und große mitgeführte Sande sind abgelagert worden. In der nächsten Kaltzeit, die vor etwa 70.000 Jahren begann, reichte das Eis nicht mehr bis in unsere Gegend. Durch das Tundrenklima konnten Bäume und Sträucher nicht mehr existieren. Eine schützende Vegetationsdecke fehlte darum weitgehend. Wasser und Wind konnten die Landschaft formen und Dünen und Täler herausbilden. Die sennetypischen Kastentäler erhielten ihre Form durch die Kräfte der Natur, aber auch durch Menschenhand. Früher stach man Sand an den Talrändern ab und brachte das Material am Talgrund wieder auf. Der Talraum wurde dadurch verbreitert und man gewann mehr Wiesenflächen. Nach dem Ende der Kaltzeiten setzte vor etwa 10.000 Jahren die Wiederbewaldung ein. Seit dem Mittelalter war das Heidebauerntum die entscheidende Wirtschaftsform, die die Landschaft geprägt hat. Auf den extremen nährstoffarmen Sanden der Senne waren die Wälder aus Eiche, Birke und Kiefer schlechtwüchsig und licht.

Die Sennebauern gewannen Heideplaggen in dem sie mit speziellen Haken eine mehrere Zentimeter dicke Bodenschicht mit samt dem Heidekraut in der oberen Wurzelschicht abschälten. Die Plaggen wurden zunächst als Einstreu in die Ställe gebracht und anschließend mit dem Dung der Haustiere auf den Feldern verteilt, um eine, wenn auch geringe, Düngung der Äcker zu erzielen. Unterstützt durch den Plaggenhieb entstand so aus der natürlichen Waldlandschaft eine Offenlandschaft, die alte westfälische Heidelandschaft. Großflächige Heiden und Grasflächen, offene Sandflächen, Dünen und Kleinmoore, Gehölzgruppen und Bachtäler prägten Jahrhunderte lang das Landschaftsbild der Senne. Auf dem Truppenübungsplatz und in seinen Randbereichen hat sich dieses typische Landschaftsbild noch großflächig erhalten.

Mit der Darstellung unterschiedlicher Entwicklungsziele im Landschaftsplan soll den vielfältigen Ansprüchen an den Raum sowie der Erhaltung, Sicherung und Entwicklung der natürlichen Potentiale in der Senne Rechnung getragen werden. Vorrangiges Ziel im Plangebiet ist vor allem die Erhaltung der naturnahen Lebensräume und die Entwicklung des Biotopverbundes.

Für den Biotop- und Artenschutz wurden besonders geschützte Teile von Natur und Landschaft in unterschiedlichen Schutzkategorien ausgewiesen. Im Plangebiet wurden 7 Naturschutzgebiete ausgewiesen mit insgesamt ca. 350 ha Fläche. Die Palette der geschützten Biotope reicht von Trockentälern, Binnendünen, Heideflächen, Kastentäler mit naturnahen Bachläufen bis hin zu ausgedehnten Mischwäldern.

Der Landschaftsplan "Sennelandschaft" ist am 25.05.1990 in Kraft getreten. Die letzte Änderung erfolgte am 10.02.2005.

 

Interaktive Karten des Landschaftsplanes:

Landschaftsplan
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Textteil (Lesefassung)

Das hier erstellte Landschaftsplanexemplar stellt eine Lesefassung dar. Der rechtskräftige Landschaftsplan Nr. 1“Sennelandschaft“ vom 25.05.1990 wurde mit den rechtskräfigen1. bis 5. Änderungen zusammengeführt. Die Originale sind beim Kreis Lippe, untere Naturschutzbehörde, Felix-Fechenbach-Str. 5, 32756 Detmold, während der Dienstzeit einzusehen. Die Lesefassung besitzt inoffiziellen Charakter; Irrtümer können nicht vollständig ausgeschlossen werden. Im Zweifelsfall sind die Originale maßgeblich.