Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Lippe

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) aus dem Jahr 2000 hat alle Mitgliedsstaaten verpflichtet oberirdische Gewässer so zu bewirtschaften, dass eine nachteilige Veränderung ihres ökologischen und chemischen Zustands vermieden und ein guter ökologischer und chemischer Zustand erhalten oder erreicht wird. Für das Grundwasser soll ebenfalls eine gute Wasserqualität erreicht werden, zumindest soll eine Verschlechterung der vorhandenen Wasserqualität durch geeignete Maßnahmen verhindert werden.


Zur Sicherstellung dieser Ziele sollen die Mitgliedstaaten Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme für ausgewählte Flussgebiete erarbeiten und verabschieden. Die in der Wasserrahmenrichtlinie festgelegten Ziele sind mit Umsetzungsfristen versehen.


Das Land Nordrhein-Westfalen hat im Februar 2010 einen Bewirtschaftungsplan mit Maßnahmenprogrammen für alle im Rahmen einer Bestandsaufnahme betrachteten Gewässer verabschiedet. Diese Bestandsaufnahme zeigt folgende Haupthandlungsschwerpunkte an den Gewässern auf:

  • Fehlende ökologische Durchgängigkeit der Gewässer für Fische und Kleinstlebewesen
  • Schlechte Gewässer- und Uferstrukturen (fehlende Uferrandstreifen etc.)
  • Verbesserung der Wasserqualität des Grund- und Oberflächenwassers

Die Umsetzung der WRRl im Kreis Lippe orientiert sich bei den oberirdischen Gewässern an dem Programm "Lebendige Gewässer" des Landes NRW. Einzelheiten und weitere Informationen zu diesem Programm können auf der Internetseite des Landes unter www.flussgebiete.nrw.de eingesehen werden.


Ein wichtiger Schritt ist die Erstellung von Umsetzungsfahrplänen für die vier lippischen Gewässereinzugsgebiete

mit ihren berichtspflichtigen Hauptnebengewässern. Die Umsetzungsfahrpläne sollen unter Beteiligung aller von den Planungen betroffen Interessengruppen und Personen (Behörden, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Fischerei, Kanusport, Interessierte etc.) für die v.g. Handlungsschwerpunkte konkretere Maßnahmen aufzeigen. Dabei kommt dem Prozess der aktiven Mitarbeit der Öffentlichkeit eine entscheidende Bedeutung zu.


Mit einer Auftaktveranstaltung am 8.2.2011 im Kreishaus des Kreises Lippe ist der offizielle Startschuss zur Beteiligung der Öffentlichkeit gefallen. In einer breiten Information vor rund 170 interessierten Bürgern sind die Grundzüge der anstehenden Arbeiten aus den Blickwinkeln des Landes und des Kreises erläutert worden. Anhand der Bega wurde durch ein Planungsbüro exemplarisch aufgezeigt, wie ein Umsetzungsfahrplan auf der Grundlage der bislang vorliegenden fachlichen Vorgaben des Landes aussehen könnte.

 

Aufgaben des Kreises

Der Kreis Lippe hat als untere Wasserbehörde auf Wunsch der Städte und Gemeinden die Leitung der Koordination bei der Erarbeitung der Umsetzungsfahrpläne übernommen. In einem ersten Schritt sind für die Gewässereinzugsgebiete Fachbüros mit der Erstellung der vorbereitenden Maßnahmen beauftragt worden. Auf dieser Grundlage wurden zeitnah Arbeitskreise für die einzelnen Gewässereinzugsgebiete angeboten, um die Öffentlichkeitsbeteiligung sicherzustellen.


Beginnend mit der Bega und den Hauptnebengewässern fanden am 22.3. und 10.5.2011 zwei Arbeitskreise unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit im Kreishaus statt.


Mit den Arbeitskreisen am 12.7.2011/6.12.2011 für das Bearbeitungsgebiet Kalle/Exter, am 21.7.2011/22.11.2011 für das Gebiet der Werre mit Windwehe und am 20.9.2011/16.2.2012 für das Bearbeitungsgebiet Emmer ist in allen Gewässereinzugsgebieten die Öffentlichkeitsbeteiligung abgeschlossen.


Alle aktuellen Informationen rund um das Thema Umsetzungsfahrpläne finden Sie auf dieser Internetseite. Bei Fragen steht Ihnen der oben angegebene Ansprechpartner im Kreis Lippe gern zur Verfügung.