Informationen zur Psittakose

Die Psittakose, auch Papageienkrankheit genannt, ist eine auf den Menschen übertragbare Krankheit, die durch Chlamydien (Chlamydia psittaci) ausgelöst wird. Tritt die Erkrankung bei anderen Vögeln als Papageien und Sittichen auf, so wird sie Ornithose genannt. Die Krankheit Psittakose bzw. Ornithose ist meldepflichtig!

Wie erkennt man die Psittakose (Ornithose) beim Vogel?

Das wichtigste Symptom sind nasse, tränende Augen. Die erkrankten Tiere haben Fieber, sind auffällig ruhig, fressen nicht mehr oder nur noch schlecht und leiden an Durchfall mit gelb-grün verfärbtem Kot. Bei Papageien und Sittichen werden zentralnervöse Störungen, untypisches Verhalten und Gleichgewichtsstörungen beobachtet. Der Krankheitsverlauf ist sehr unterschiedlich. Es kann sein, dass nur wenige Vögel oder aber nahezu alle Tiere im Bestand erkranken (5 % - 80 % des Bestandes). Die Todesrate variiert ebenfalls, es können keine oder nur wenige Tiere an den Folgen sterben
(0 % - 20 % des Bestandes). Es erkranken und sterben vor allem die Jungvögel. Letztendlich kann Psittakose nur anhand von Laboruntersuchungen (Kot oder Sektion) sicher festgestellt werden.

Wie verläuft die Psittakose (Ornithose) beim Menschen?

Der Mensch erkrankt etwa ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung. Es werden unterschiedlich schwere Verlaufsformen beobachtet. Im günstigsten Fall verläuft die Krankheit wie eine leichte bis mittelschwere Grippe, es treten aber auch Formen einer schweren Lungenentzündung auf. Patienten leiden an Durchfall (Krankheitsbeginn), Fieber, erheblichen Kopfschmerzen, Kreuz- und Gliederschmerzen, Nasenbluten, Halsbeschwerden und Lichtscheu. Schwere Verlaufsformen mit zentralnervösen Störungen, anhaltender Benommenheit, rauschartigen Zuständen und einer Schädigung von Herz und Kreislauf sind häufig Folgen der Ansteckung bei Papageien und Sittichen (Psittakose), leichtere Formen treten eher nach der Ansteckung bei anderen Vögeln (Ornithose) auf.
Beim Verdacht einer Ansteckung mit Psittakose sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, wichtig ist der Hinweis auf die Papageien- oder Sittichhaltung. Die frühzeitige Erkennung über den Erregernachweis im Speichel und in Proben aus dem Rachen und die richtige Behandlung mit wirksamen Arzneimitteln sind entscheidend für den Heilungserfolg.

Wie stecken sich Vögel und Menschen an?

Die Krankheit ist weltweit verbreitet und "schlummert" häufig unerkannt auch in Deutschland in zahlreichen Wild-, Zier- und Nutzvögeln. Jungvögel werden durch den erkrankten Altvogel angesteckt. Ansteckungsquelle ist infektiöser Kot- und Gefiederstaub. Besonders gefährdet sind Vögel, die unter schlechten Bedingungen gehalten werden (z. B. beengte Platzverhältnisse, zu hohe Luftfeuchtigkeit). Auch Stress (z. B. Transport, Ausstellungen) und andere Infektionen begünstigen den Ausbruch der Krankheit. Der Mensch steckt sich vor allem bei Papageien und Sittichen, aber auch bei Tauben, Enten, Puten und Hühnern durch das Einatmen von Kot- und Gefiederstaub an. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich (Tröpfcheninfektion).

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